Kantatengottesdienst am 3. Juli 2005 in der Martin-Luther-Kirche Ulm zu BWV 72

Verehrte Musikfreunde,
liebe Gemeinde,


auch Albert Schweitzer hat in seinen jüngeren Jahren gerne Bachkantatengottesdienste gefeiert. Meist saß er dazu auf der Orgelbank. Dabei hat er beim Eingangschor der heutigen Kantate festgestellt, dass sich Johann Sebastian Bach zunächst auf einen Aspekt eingeschossen hat: es ist der Aspekt der Zeit. Ein zunächst vielleicht abgelegener Aspekt, das gibt er gerne zu.

Aber Bach wäre nicht Bach, wenn er es nicht auch da verstünde, diesen besonderen Aspekt plastisch herauszuarbeiten. Albert Schweitzer hörte dieses grandiose „TICK-TACK“, das da in dieser Kantate, bei diesem Eingangschor, abläuft. Ein „monotones TICK-TACK“1 , gerade so, als stünde jetzt eine überdimensionale Standuhr in unserer Kirche, mit wuchtigem Pendelgewicht aus poliertem Messing, an langer Achse aufgehängt an der Holzdecke über uns. Und dieses Pendel schlägt nach links zur Kanzel und sodann nach rechts zum Taufstein, - und dann wieder zurück. „TICK-TACK“ macht die Uhr; so lernen es die kleinen Kindern. Aber dieses hier bei Bach ist ein unheimliches Ticken. Es ist ein forciertes Ticken. Es drängt. Und es kommt von den tiefen Bässen. Der Kontrabass, das Cello, die tiefen Orgelpfeifen, - sie sind es! Ein surrealistisches Szenario, als Pendeluhr zum Glück nicht wirklich installiert, aber in der Musik dennoch von Bach hörbar gemacht.

Basslinie der ersten Takte erklingt als Musikbeispiel


Liebe Gemeinde!

Jetzt haben Sie es alle gehört.  W o r u m  geht es Bach? Es geht ihm wohl um die unterschiedlichen Ebenen der  Z e i t .

Bach deutet die eine Textstelle aus: „so bei gut -   als böser Zeit!“ - „Alles nur nach Gottes Willen, so bei gut -  als böser Zeit!“.   – Schweitzer meint, das sei vom Dichter so stark gewiss nicht intendiert, die Darstellung der Zeit sei für ihn ein „nebensächlicher Aspekt“. Gewiss für den Dichter, - aber nicht für Bach!

Dieses Tick-Tack ist in jedem Leben drin. Schon Albert Einstein, der Physiker, betont, dass es zwei Zeiten gibt:

a)         die „Uhrzeit“, die etwas widerspiegelt vom breiten Fluss der Zeit in der Welt und um uns herum und

b)         die „Ich-Zeit“, das eigene Zeitempfinden. 2

Beides läuft nicht immer im selben Takt, ja, liebe Gemeinde, zuweilen laufen diese Zeiten auch auseinander. „Zeit ist relativ“, bemerkt Einstein und entwickelte die bekannte Theorie.

Aber auch persönlich kann man das ja nachvollziehen: Es gibt Lebenszeiten, die verfließen viel zu schnell. Da würden wir das große „Tick-Tack“ der „Uhr-Zeit“ gerne anhalten.

Im Urlaub, ja, im Urlaub, da gelingt es dann vielleicht. Im Urlaub, der manchem von uns in einigen Wochen gegeben ist, erlaube auch ich mir, die Armbanduhr wegzulegen, um meine „Ich-Zeit“ ungestört von der „Uhr-Zeit“ genießen zu können. Da bin ich dann verstrickt und verwoben im schönen Hier und Jetzt. Alles, was mich daraus vertreiben könnte, wird ferngehalten. Geht es ihnen auch so?

Wir sprechen dann mit Goethes Faust zu diesem Augenblick der „Uhrzeitvergessenheit“: „Verweile doch! du bist so schön!“ 3.

Aber nach den Ferien kommt dann schnell wieder der Trott, das unerbittliche „Tick-Tack“ des Alltages, - auch das unerbittliche „Tick-Tack“ des Älterwerdens, das „Schnellzugphänomen“: „als flögen wir davon!“ – Das sagte einst schon Mose in seinem Psalm 90: „Leben – als flögen wir davon!“

Die Musik ist nun ein spezielles Medium, um diese Gedanken anzuregen. Ja, gerade die Bachmusik ist ein Medium, in dem der Fluss der Zeiten eine wichtige Rolle spielt. Der Fluss kann breit werden und sich verlangsamen, oder steil und rasend.

Im Chor der Reformationsgemeinde gibt es immer nach der Probe im Saal der Paul-Gerhardt-Kirche Getränke, da wird es immer gemütlich. Und da diskutierten wir vor drei Wochen sehr angeregt die Frage: „Wie schnell muss eigentlich das Tick-Tack bei Bach sein?“ – Der das fragte, meinte dies nicht so sehr im theoretischen Sinne auf der Spur eines Physikers Albert Einsteins, sondern ganz praktisch.




Wenn man die Koloraturen schnell und immer schneller singt, wird das mit der Zeit nämlich anstrengend, das wird sozusagen ein Zungenbrechen. Und so etwas muss man eben üben. Dann wird die schwere schwäbische Zunge immer leichter. Tja, auch das bewirkt Chorsingen in der Kirche!

Und dann erzählte ich, dass auch Bachkantaten immer schneller gesungen werden, wenn man die Entwicklung der letzten sechzig Jahre anschaut. Da war ein Furtwängler im Zweiten Weltkrieg, auch noch ein Karl Richter in der Nachkriegszeit, die musizierten Bach, als hätten sie alle Zeit der Welt.

Dann kam der Kantor Helmuth Rilling und ein Nikolaus Harnoncourt, die legten deutlich eine Scheibe dazu. Bach begann, ganz locker und leicht zu schwingen, zu singen und zu tanzen. Plötzlich kamen Italiener und Amerikaner, gänzlich unverbildet von deutschen Traditionen und schafften bei gewissen Schallplatteneinspielungen Rekordzeiten, so, als wäre das Bachwerkeverzeichnis eine „Tour de France“ und als gäbe es ein gelbes Trikot dabei zu gewinnen.

Was sagt uns das? Die Zeiten werden immer schneller, selbst auf den Musikemporen der großen Kirchen.

Und jetzt? Jetzt werden Gegengesellschaften gegründet. Der SPIEGEL weiß von einer „Renaissance der Langsamkeit“, in Österreich gibt es seit kurzem einen „Verein zur Verzögerung der Zeit“ und Bestseller in den Buchhandlungen nehmen sich des Themas an. „Wie kann man unserer Zeit wieder entschleunigen?“ – Viele Jahre haben wir uns um Beschleunigung gesorgt: Computer, Autos, Fahrräder, der Sport wurden immer schneller. Das Arbeitsleben und mit ihm der allgemeine Verkehr forderten immer höhere Tempi. Und jetzt die Entschleunigung

Mich wundert es nicht, dass Bachmusik solch ein Denken und Fragen mit anregt.

Aber bei Bach geht es heute, liebe Gemeinde, nicht nur um schnell oder langsam, um rasch oder meditativ. Es geht auch um drei Qualitäten der Zeit:

         böse Zeit
         gute Zeit
         Gottes Zeit

I.          Böse Zeit

Das ist die Qualität der Zeit, die wir fürchten. Und dennoch können wir das nicht aussuchen. Salomon Franck hat den Text 1715 verfasst. Er war sodann in der Funktion eines Oberkonsistorialsekretärs, und damit als studierter Jurist4 ein Mitglied der damaligen Weimarer Staats- und Kirchenführung, in Zeiten, als Bach auch in Weimar weilte.
Die Dichtung ist persönlich initiiert vom sächsischen Herzog. Der Titel der Gedichtsammlung lautet:

„Evangelisches Andachts-Opfer /
auf des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn /
Herrn Wilhelm Ernstens /
Herzogen zu Sachsen / ...
unseres gnädigsten regierenden Landesfürstens und Herren /
auf christlich-fürstliche Anordnung 
von der Hof-Capelle zu musicieren /
angezündet von Salomon Francken /
Fürstlicher Sächsischer ... Ober-Consistorial-Secretario in Weimar.“5

Geistliche Hofmusik sollte es werden, als „Evangelisches Andachtsopfer entzündet“, und so ist klar: der Text hat persönliche Dimensionen, aber von seiner Entstehung her impliziert er auch politische Seiten. Jeder Fürst weiß, dass gute Zeiten und böse Zeiten zuweilen sehr dicht beieinander liegen. Ich habe diesen Titel des Gedichtbandes bewusst vorgelesen, denn er lässt nachdenklich werden. Geistliche Bachmusik ist zuweilen in der Wurzel politisch.

Und wer Ohren hat zu hören, der hört im Eingangschor den Kampf zwischen guter Zeit und böser Zeit. Es gibt Stellen, da kämpft Dur und Moll miteinander und da ist nicht ausgemacht und abgekartet, wer zuletzt siegt.

Aber zurück zu Johann Sebastian Bach!

Zwischen der Entstehung des geistlichen Gedichtes 1715 und der Entstehung der Musik 1726 liegen auch für Bach Zeiten des krassen Wechsels zwischen guten und bösen Zeiten.

1715:                 Bach war gerade Konzertmeister in Weimar geworden,
Maria Barbara hat im achten Jahr der Ehe ihm einen Sohn geboren, Carl Philipp Emanuel. Das war das fünfte Bachkind.


Bach kann – auch für sich persönlich - in aller Heiterkeit diese gute Zeit ausleben und auskomponieren. Es kommt das Jahr

1720:    seine Ehefrau stirbt und wird – während er abwesend ist, am 7. Juli 1720 fünfunddreißigjährig begraben. Vier kleine Kinder stehen ohne Mutter da und sind auf den Vater geworfen.

1725:    Bach ist in diesem Jahr vierzig Jahre alt geworden. Er ist wieder verheiratet, jetzt mit Anna Magdalena. Gleichzeitig hat er die Stelle seines Lebens angetreten: er ist „wohlbestallter Thomaskantor“ in Leipzig.6

Januar 1726: „Alles nur nach Gottes Willen“ entsteht als Kirchenkantate.



II.         Gute Zeit

Es war also auch im persönlichen Leben von Bach ein schroffes Wechselbad von böser Zeit und guter Zeit vorangegangen. Ich will jetzt gewiss nicht psychologisieren und versuchen, das in die Musik einzutragen. Man kann so etwas bei Bach auch gar nie eins zu eins tun!

Aber soviel vielleicht: diese Musik ist gedeckt durch existentielle Erfahrung. Das ist nicht nur flache musikalische Rhetorik, üblicher barocker Endlosstuck mit den gängigen Hülsen. Das Gedicht des Oberkirchenrates ist noch fürstliche, politische Auftragsdichtung, da steckt Staatsräson dahinter, sie ist – in meinen Augen - stark von gängigen Versatzstücken geprägt ist, und wirkt damit zusammengestoppelt. Aber wenn Bach zum Federkiel greift, werden auch schwache Vorlagen plötzlich zu großer Musik und zu einem spannenden Geschehen.

Und so hören wir vom Zwiekampf der guten Zeit und der bösen Zeit, vom Streit zwischen „Gewölk und Sonnenschein“, von den Gefühlen, die zwischen „Lust und Traurigkeit“ liegen. Bach kennt sehr wohl beide Enden des Lebens. Und so erzählt die Musik einiges davon.

Das „Gewölk“ besteht bei Bach auch 2 mal zwölf Sechszehntelnoten in den tiefen Stimmen, also aus vollkommenem Gewölk, denn 24 ist seit Pythagoras 7 die Zahl der Totalität. Und während sich in den Singstimmen dieses Gewölk – übrigens als Kanon, nicht als klassische Fuge – zusammenbraut, spielt der Orchesterbass sein TICK-TACK als gleichmäßig pulsierenden Orgelpunkt in aller Seelenruhe weiter.
Das klingt, als wolle Bach sagen: es kommen solche und solche Zeiten, aber aus dem Grundrhythmus fallen wir nicht heraus. Deshalb:


III.         Gottes Zeit

Das, liebe Gemeinde, macht die Geborgenheit aus, die Bachmusik bis zum heutigen Tag ausstrahlt. Der Zeitfluss pulsiert in einem fröhlich-tänzerischen Dreivierteltakt immer weiter; da holpert und stolpert nichts! Drei: auch hier ein Symbol. Drei Zeitwerte in einem Takt, das legt nahe: da ist Gott, der himmlische Vater und Gott, der Sohn und Gott, der Heilige Geist. Drei Personen kennt die göttliche Dreifaltigkeit. Und die sind da! Einfach da, immer da in der Musik und in der Wirklichkeit des Thomaskantors:

in der guten Zeit und in der bösen Zeit, auch im 24-tönigen Streit zwischen „Gewölk und Sonnenschein“, Dreiertakt auch bei allen Gefühlen, die zwischen „Lust und Traurigkeit“ liegen. Freilich ist die Traurigkeit von der Harmonik her bei Bach schwer getrübt: ein verminderter Septimakkord wird aus Geigen und Oboen gebildet und zieht in seiner Dissonanz und in seiner schmerzvollen Chromatik das Herz zusammen.

Aber der Grundschlag bleibt. Alles bleibt insgeheim ins Göttliche eingefügt. Die Erlösung lässt an manchen Stellen freilich noch auf sich warten. Lange Quintfälle über drei Partiturseiten hinweg lassen fragen: wann hört das denn wieder auf? Wann kommt endlich die Erlösung aus dieser barocken Fortspinnungstechnik? Gibt es noch einmal ein Ende des Tunnels?

Und dann höre ich Schreie nach Erlösung. Welcher Kantor, liebe Musikfreunde, plagt die Männer mit einem hohen a, das eine Terz höher als der Sopran liegt? Muss das sein? Das tut doch weh! Bach tut es. Für die hohen Stimmen sind normal die Damen zuständig. Nicht hier und jetzt! Bei dieser Kantate überschreiten die Männer aber den gewöhnlichen Tonraum. Der Effekt zeugt von Innigkeit und Inbrunst. Da sieht man lange, gestreckte Hälse!

Es ist letztlich ein leidenschaftliches Ringen nach Gott, das ich hier meine zu spüren. Dreimal wird ans göttliche Himmelstor geklopft mit den Worten: „Alles, alles, alles!“ Und die Oboen und die Viola bilden das Klopfen und Drängen mit ihren Dreiklängen in konzertanter Weise nach!

So werden die Worte, die bei Salomon Franck erst einmal einfältig und lapidar klingen, bei Bach zu einem leidenschaftlichen Schrei nach Erlösung. Und es wird unter der Hand zu einem Gebet:

         Gott, schenke, dass die Wege in meinem Leben, die so schwer aussehen, sich dennoch als Deine Wege entpuppen, bei denen Du dabei bist.

         Lass mich im „Gewölk meines Lebens“, in der Traurigkeit und in der bösen Zeit dennoch dich erkennen. Es ist nicht schwer, Gott in den guten Zeiten zu danken. Es ist ja auch nicht so schwer, in der Lust und aus der Lust heraus ein Halleluja zu singen. Man soll es freilich tun.

Aber ich kämpfe um das Alles! Ich bitte Gott darum, dass er beide Pole des Lebens, also alles, in seine Hände nimmt.

Und so hört man in dieser Musik die angestrengten Stimmen der Männer, hoch über den Tönen der Frauen, wie sie dieses mit Inbrunst rufen. Das hört sich dramatisch an und ich finde, es ist auch dramatisch!

Und der Rhythmus? – Nun, ich denke, diese Musik ist der leidenschaftliche Versuch, meine Erfahrungen, meine „Ich-Zeit“ unterzukriegen in der „Zeit Gottes“. Es ist der Versuch, alle meine Lebenserfahrungen einzutragen und einzuzeichnen in den großen, ruhigen Pendelschlag und in den gleichmäßig-strömenden Takt der „Gotteszeit“. Auch das meine ich herauszuhören.

Friedrich Daniel Schleiermacher sagte es hundert Jahre nach der Bachkantate so:  Wir sollen „mitten in der Endlichkeit“, also mitten in trübseliger Traurigkeit, mitten im grauen Gewölk und zwischen aller böser Zeit, „eins werden mit dem Unendlichen und dann ewig werden in jedem Augenblick“.

Liebe Gemeinde!

Das ist eine Aufgabe, so wie es für den Chor und das Orchester eine große Aufgabe und Herausforderung war, sich in diesen Bach’schen Musikkosmos einzufinden. Aber in der Bachmusik gelingt es schon einmal, so dass wir Mut für unser Leben kriegen. Auch da möge es uns gelingen

Und dann ist das letztlich auch ein leidenschaftliches Gebet!

         Herr, nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille!
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!

         Dein Wille, das ist vielleicht heute Lust
            und Wohlstand und Gesundheit
- und morgen schon Traurigkeit! –
Aber Hauptsache, Gott, Dein Wille!

         Dein Wille, das ist vielleicht heute Sonnenschein,
und morgen schon Ulmer Donaunebel,
Gewölk und noch mal Gewölk.

         Dein Wille, das ist vielleicht heute noch eine gute Zeit,
brummende Konjunktur, blühende Landschaften, steigender Dax
- und morgen dann schon der politische und wirtschaftliche Abgesang.


Aber alles, ja alles, dürfen wir Gott anbefehlen. „Dein Wille geschehe“, betete Jesus, „wie im Himmel, so auf Erden“! Oder „bachisch“ gedacht: eingezeichnet bleiben in den Dreiertakt und den Weg der Erlösung in den Dreiklängen des dreieinigen Gottes mitgehen: Vater, Sohn und Heiliger Geist!

Oder zuletzt mit Einstein formuliert: Meine „Ich-Zeit“ kommt in eine heilsame und gute Relation zur großen „Gottes-Zeit“!
AMEN.





Ein kleiner Ausschnitt der gängigen musikwissenschaftlichen Literatur spiegeln folgende Fußnoten wieder, die zur Weiterarbeit und Diskussion ermutigen möchten:

1          Albert Schweitzer, Johann Sebastian Bach, Wiesbaden 1979, 10. Auflage, S. 544

2          „Dimensionen der Zeit – die Zeitstrukturen Gottes, der Welt und des Menschen“, hrsg. v. Wolfgang Achtner, Stefan Kunz und Thomas Walter, Darmstadt 1998, dort u.a. Ausführungen zum Zeitbegriff Albert Einsteins, S. 118 ff

3          Johann Wolfgang Goethe, Faust I, 1699ff

4          siehe dazu: Alfred Dürr, Die Kantaten von Johann Sebastian Bach, mit ihren Texten, Bd. 1, Stuttgart 1985, 5. Aufl., S. 30 ff

5          Protokollbuch der Internationalen Sommerakademie Stuttgart 1981, Bd. V – Alfred Dürr und Peter Kreyssig zu BWV 72, V/ 67 ff und V/112 ff

6          Die Datierung folgt hier Malcolm Boyd, Johann Sebastian Bach – Leben und Werk, Stuttgart 1984, S. 303-306; dort alle weiterführende grundsätzliche Bachliteratur. Ähnlich Luc-André Marcel, Johann Sebastian Bach mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Hamburg 1987; Speziell zur Chronologie: Alfred Dürr, Zur Chronologie der Leipziger Vokalwerke J.S. Bachs, Kassel 1972, 2. Aufl., S. 85

7          Otto Betz, Das Geheimnis der Zahlen, Stuttgart 1989, S. 140; siehe dazu auch: Herder Lexikon Symbole, Freiburg 1991, 11. Aufl., S. 36.187; speziell zu Bach: Walter Kolneder, Lübbes Bach Lexikon, Art. Zahlensymbolik, Bergisch Gladbach 1982, Sp. 311-313



FÜRBITTENGEBET


         Herr, nicht mein Wille geschehe, sondern dein Wille!
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!

         Dein Wille, das ist vielleicht heute Lust
            und Wohlstand und Gesundheit
- und morgen schon Traurigkeit! –
Aber Hauptsache, Gott, es ist und bleibt Dein Wille!

         Dein Wille, das ist vielleicht heute Sonnenschein,
und morgen schon Gewölk.
lass uns trotzdem die Hoffnung nicht verlieren
und schenke du Zuversicht!
Wir sind bei Dir nicht der Sinnlosigkeit anheim gegeben,
sondern Deiner guten und väterlichen Hand!

         Lass das auch alle Kranken erfahren,
alle diejenigen, die am Leben verzweifeln und keinen Sinn sehen können!

ARIA 3

Und höre uns, wenn wir weiterbeten!

VATER UNSER