Grußwort von Prälatin Gabriele Wulz zur Schließung der Paul-Gerhardt-Kirche am Sonntag, den 15. Juli 2007:


Was vergeht, was bleibt …

Was sich vor 50 Jahren niemand hätte vorstellen können, wird nun Wirklichkeit. Die Paul-Gerhardt-Kirche ist verkauft und wird in absehbarer Zeit abgerissen. Das ist traurig, aber eine nicht mehr zu ändernde Tatsache, mit der wir leben werden. Niemand hat sich diese Entscheidung leicht gemacht. Im Gegenteil. In den Gremien hat man lange gerungen. Die Verantwortlichen haben sich viele Gedanken gemacht, haben gerechnet, Alternativen überlegt und wieder verwerfen müssen. Am Ende eines sehr langen Weges stand der von einer sehr großen Mehrheit getragene Beschluss im Gesamtkirchengemeinderat, die Paul-Gerhardt-Kirche aufzugeben. Diesen Beschluss galt es nun den Gemeindegliedern zu vermitteln. Es wurden viele Gespräche geführt. Es wurde um Verständnis geworben, aber auch Verständnis dafür gezeigt, dass manchem diese Kirche ans Herz gewachsen ist. Die Vorstellung, dass eine Kirche abgerissen werden soll, erschüttert viele. Es wird deutlich: Eine Kirche ist eben doch mehr als einfach nur ein Haus …Eben deshalb aber kann man eine Kirche nicht einfach umnutzen oder leer stehen lassen. Wenn man eine Kirche nicht mehr selbst nutzen kann und es keine andere christliche Gemeinde gibt, die sie für ihr gottesdienstliches Leben nutzen kann, dann ist es besser, sie abzureißen, als dass sie einfach verfällt.Trotzdem hängen Menschen an dem, was sie geschaffen haben. Es ist ein Stück ihres Lebens, ihrer Identität. Aber so verständlich dieses menschliche Streben nach „Bleibendem" ist, wenn wir uns durch das Wort der Schrift leiten lassen, dann erkennen wir:
Alles „Hütten bauen" ist vorläufig. Denn so sagt Jesus: „Himmel und Erde werden vergehen. Aber meine Worte werden nicht vergehen" (Markus 13, 31). Darauf trauen wir im „Fluge unserer Zeiten" oder, um mit Paul Gerhardt zu sprechen: „Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit".


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Gabriele Wulz